Samstag, 23. November 2013

Reflexion des Beitrages "Come_IN"


Schubert, Stuhldreier & Wulf

Computerklub come_IN

Die Integration von MigrantInnen stellt eine große gesellschaftliche Herausforderung dar. Interkulturelle Computerklubs sollen dabei helfen und eine wichtige Rolle spielen. Der Beitrag widmet sich den türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten. Sie stellen in Deutschland mit einer Zahl von 2, 5 Millionen Menschen die größte Minderheit dar.

Nach wie vor ist es leider so, dass Migranten einen erschwerten Zugang zu digitalen Medien haben. Der Begriff „Digital Divide“ stellt genau dieses Problem dar. Damit wird ein Missverhältnis zwischen den Zugang zu digitalen Medien bei Inländern bzw. Ausländern beschrieben. Das Vertraut-Sein mit digitalen Medien könne auch einen wichtigen Integrationsschritt für MigrantInnen bedeuten, denn durch diese können sie ihre Bedürfnisse besser ausdrücken, sich verständlicher machen, sich besser  repräsentieren und schlussendlich stärker gesellschaftlichen Anteil nehmen.

1993 entstand dann also das erste Computer Clubhouse (CCH). MigrantInnen sollten mit diesem innovativen Ansatz besser integriert werden. Die Forschergruppe des MIT Media Laboratory hatte besonders die „inner cities“ im Fokus ihrer Betrachtungen. Denn gerade da, in den urbanen Zentren findet sich eine hohe Anzahl von ethnischen Minderheiten an. Die Zielgruppe der Forscher des MIT waren vor allem Jugendliche aus einkommensschwachen Familien.

Der Lernansatz war ein konstruktivistischer. Das Schaffen von medialen und digitalen Artefakten kann Wissen und Lernen fördern. Auch der soziale Aspekt dieses Lernens steht im Vordergrund. Soziale Beziehungen werden bei der Schaffung der Artefakte aufgebaut.

Come_IN hat das Hauptaugenmerk auf die Verknüpfung zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen als auf einzelne Personen und auf kollektive Lernprozesse. Letztere würden quasi als Nebeneffekt bei der Artefakt-Herstellung geschehen. Ich persönlich finde so ein Projekt großartig! Aber ich finde auch, dass man MigrantInnen nicht nur unter sich belassen sollte, sondern eben auch Kinder von der Mehrheitsbevölkerung eventuell in dieses Projekt einbindet. So können alle voneinander lernen und nicht nur Migranten von Einheimischen sondern natürlich und unbedingt auch umgekehrt! Inländer würden dann auch mehr in unmittelbaren Kontakt mit MigrantInnen kommen und das würde ihnen für ihre eigene persönliche Horizonterweiterung sehr nützlich sein. Sie könnten quasi im gemeinsamen Tun die Sprache bzw. die kulturellen Hintergründe erfahren und MigrantInnen nicht mehr als fremd erleben. Denn sowie im Text erwähnt, beeinflusst das gemeinsame Handeln nicht nur die Sprache sondern auch die Identität!

Beim Come_IN Projekt werden Grundschulkinder (6 – 10 Jahre) und ihre Eltern angesprochen. Dass ein Kind durch ein Elternteil begleitet werden muss, setzt doch eine positive Haltung der Eltern gegenüber dem Projekt voraus. Dies wurde im Beitrag auch als problematisch geschildert, denn manche Eltern kamen nicht regelmäßig mit. So wurden die Regeln gelockert, so dass auch ältere Geschwister oder Nachbarn die Kinder begleiten durften. Zum Problem wird’s, wenn ein Kind z.B. unbedingt an diesem Projekt teilnehmen möchte, aber sich die Eltern nicht dazu motivieren lassen.

Die Schule ist die einzige gesellschaftliche Institution welche alle Angehörigen eines Jahrgangs beherbergt. Unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status oder Herkunft. Und genau diese Bedingungen bieten meiner Meinung nach ideale Voraussetzungen um gerade im Kindes- und im Jugendalter sich mit den Themen Vorurteile bzw. Rassismus/Diskriminierung beschäftigen zu können. Die Frage könnte auch sein:“ wie gehe ich mit Fremden um, was tue ich wenn ich mich fremd fühle?“
Martina Kucher

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