Schubert, Stuhldreier & Wulf
Computerklub come_IN
Die Integration von MigrantInnen stellt eine große gesellschaftliche
Herausforderung dar. Interkulturelle Computerklubs sollen dabei helfen und eine
wichtige Rolle spielen. Der Beitrag widmet sich den türkischstämmigen
Migrantinnen und Migranten. Sie stellen in Deutschland mit einer Zahl von 2, 5
Millionen Menschen die größte Minderheit dar.
Nach wie vor ist es leider so, dass Migranten einen erschwerten
Zugang zu digitalen Medien haben. Der Begriff „Digital Divide“ stellt genau
dieses Problem dar. Damit wird ein Missverhältnis zwischen den Zugang zu
digitalen Medien bei Inländern bzw. Ausländern beschrieben. Das Vertraut-Sein
mit digitalen Medien könne auch einen wichtigen Integrationsschritt für MigrantInnen
bedeuten, denn durch diese können sie ihre Bedürfnisse besser ausdrücken, sich
verständlicher machen, sich besser repräsentieren und schlussendlich stärker gesellschaftlichen
Anteil nehmen.
1993 entstand dann also das erste Computer Clubhouse (CCH).
MigrantInnen sollten mit diesem innovativen Ansatz besser integriert werden.
Die Forschergruppe des MIT Media Laboratory hatte besonders die „inner cities“
im Fokus ihrer Betrachtungen. Denn gerade da, in den urbanen Zentren findet
sich eine hohe Anzahl von ethnischen Minderheiten an. Die Zielgruppe der
Forscher des MIT waren vor allem Jugendliche aus einkommensschwachen Familien.
Der Lernansatz war ein konstruktivistischer. Das Schaffen
von medialen und digitalen Artefakten kann Wissen und Lernen fördern. Auch der
soziale Aspekt dieses Lernens steht im Vordergrund. Soziale Beziehungen werden bei
der Schaffung der Artefakte aufgebaut.
Come_IN hat das Hauptaugenmerk auf die Verknüpfung zwischen
verschiedenen ethnischen Gruppen als auf einzelne Personen und auf kollektive
Lernprozesse. Letztere würden quasi als Nebeneffekt bei der
Artefakt-Herstellung geschehen. Ich persönlich finde so ein Projekt großartig!
Aber ich finde auch, dass man MigrantInnen nicht nur unter sich belassen
sollte, sondern eben auch Kinder von der Mehrheitsbevölkerung eventuell in
dieses Projekt einbindet. So können alle voneinander lernen und nicht nur
Migranten von Einheimischen sondern natürlich und unbedingt auch umgekehrt!
Inländer würden dann auch mehr in unmittelbaren Kontakt mit MigrantInnen kommen
und das würde ihnen für ihre eigene persönliche Horizonterweiterung sehr
nützlich sein. Sie könnten quasi im gemeinsamen Tun die Sprache bzw. die
kulturellen Hintergründe erfahren und MigrantInnen nicht mehr als fremd
erleben. Denn sowie im Text erwähnt, beeinflusst das gemeinsame Handeln nicht
nur die Sprache sondern auch die Identität!
Beim Come_IN Projekt werden Grundschulkinder (6 – 10 Jahre)
und ihre Eltern angesprochen. Dass ein Kind durch ein Elternteil begleitet
werden muss, setzt doch eine positive Haltung der Eltern gegenüber dem Projekt
voraus. Dies wurde im Beitrag auch als problematisch geschildert, denn manche
Eltern kamen nicht regelmäßig mit. So wurden die Regeln gelockert, so dass auch
ältere Geschwister oder Nachbarn die Kinder begleiten durften. Zum Problem wird’s,
wenn ein Kind z.B. unbedingt an diesem Projekt teilnehmen möchte, aber sich die
Eltern nicht dazu motivieren lassen.
Die Schule ist die einzige gesellschaftliche Institution
welche alle Angehörigen eines Jahrgangs beherbergt. Unabhängig von ihrem
sozioökonomischen Status oder Herkunft. Und genau diese Bedingungen bieten
meiner Meinung nach ideale Voraussetzungen um gerade im Kindes- und im
Jugendalter sich mit den Themen Vorurteile bzw. Rassismus/Diskriminierung
beschäftigen zu können. Die Frage könnte auch sein:“ wie gehe ich mit Fremden
um, was tue ich wenn ich mich fremd fühle?“
Martina Kucher
Hallo Martina, hast eine gute Reflexin abgegeben ;-)
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